Kooperation

Kooperation steht im Mittelpunkt der Lernende Euregio. Die Lernende Euregio fördert die konkrete Kooperation zwischen den teilnehmenden Schulen und strebt ein gemeinsames Bildungsangebot an. Schulen die nur einen Austausch anstreben und keine Ambitionen haben um ein gemeinsames Bildungsangebot zu entwickeln werden für eine Teilnahme gesperrt. Um Zusammenarbeit zu fördern arbeiten wir mit Mobilitäten und Tandems.

Mobilität
Unter Mobilitäten versteht man die Durchführung ein- oder mehrtägiger grenzüberschreitender Arbeitsbesuche zwischen deutschen und niederländischen Schulen, an denen neben Lehrern, Führungskräften und Auszubildenden auch Vertreter aus der Wirtschaft teilnehmen können.

Berufskollegs, die keine oder wenig euregionale Erfahrungen haben, werden im Allgemeinen mit einem ein- oder mehrtägigen Austausch beginnen, dessen Ziel darin besteht, die Partnerschule besser kennen zu lernen und erste Gespräche über die weitere Zusammenarbeit zu führen.

Sollte ein Austausch zu einer Tandemaktivität führen oder möchte die Schule sofort mit einem Tandem anfangen wollen, sind die folgenden Kriterien zu beachten:
• Die Aktivität knüpft an die deutsche und niederländische Ausbildungsordnung an.
• Die Aktivitäten werden in mindestens einer deutschen und einer niederländischen Berufsausbildung auf Niveau der Sekundarstufe II durchgeführt, wobei die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern möglich ist.
• Alle Partner innerhalb des Tandems müssen einen konkreten Beitrag leisten.
• Mindestens eines der folgenden Themen gehört zum festen Bestandteil des Tandems: die Verbesserung interkultureller (euregionaler) Kompetenzen, Förderung der Zweisprachigkeit (deutsch und niederländisch) und/oder neue Initiativen und Ideen für unternehmerisches Handeln.
• Das durchzuführende Tandem ist fester Bestandteil des Schulprogramms.
• Das Tandem ist relevant für den Arbeits- und Bildungsmarkt.

Tandems
Unter Tandems versteht man die Entwicklung einer gemeinsamen euregionalen Berufsbildung durch die Zusammenarbeit in Teams (Tandems) aus deutschen und niederländischen Schulen und Betrieben.
Hierbei lassen sich folgende Varianten unterscheiden:
• Euregionaler Unterricht: Deutsch-niederländische Gruppen von Auszubildenden erhalten ein berufsbezogenes Bildungsangebot.
• Euregionale Praktika: Deutsche und niederländische Auszubildende machen ein Praktikum im Nachbarland.
• Euregionales Unterrichtsmaterial: Deutsche und niederländische Schulen entwickeln auf Basis ihrer curricularen Vorgaben gemeinsam Unterrichtsmaterial und -module, entwickeln und formulieren gemeinsam z. B. Lernsituationen oder gestalten gemeinsame Ausbildungsabschnitte und wenden diese bilateral an.

Vielversprechende Branchen
Um Letzteres entscheiden zu können, hat das Kenniscentrum Beroepsonderwijs Arbeidsmarkt (KBA) eine Untersuchung in unserer Euregio durchgeführt.

Der vollständige Bericht lässt sich über diese Website herunterladen.

KBA ist dabei auf folgende für die Euregio vielversprechende Ausbildungen oder Branchen gestoßen:
• Einzelhandel (Verkäufer, Fachverkäufer, Filialleiter)
• Hotel-, Restaurant- und Gaststättengewerbe (Koch, Restaurantfachkraft)
• Tourismus (Praktika und Projekte, die zum regionalen Tourismus beitragen)
• international ausgerichtete kaufmännisch-administrative und juristische Tätigkeitsfelder
• Gesundheitswesen (Gesundheits- und Krankenpflege / Umgang mit Patienten)
• Metall-, Elektro- und Anlagenbau (Ausbildungen des Dualen Systems und auf Technikerniveau und breite Ausbildungen, z. B. zum Mechatroniker/-in)
• Transport und Logistik (Fachkraft für Logistik und Lkw-Fahrer)
• Bau- und Planungswesen
• IT und Multimedia 

Tandemprojekte, die zu diesen Ausbildungen oder Branchen gehören, haben also eine größere Chance, bewilligt zu werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass andere Ausbildungen keine Chance haben - es kann schließlich sein, dass eine Partnerschaft für einen oben nicht genannten Bildungsgang eine interessante Tandemarbeit entwickeln möchte, die auch euregionale Bedeutung hat.